RFID
Entsprechend der Marktentwicklung bietet ausschließlich t+t netcom bei den Handheld-Serien tt7000 und tt8000 ein durchgängiges Konzept in Sachen RFID.
Jeder beliebige Gerätetyp kann mit RFID ausgestattet und/oder nachgerüstet werden. Die Reader werden im Gerät integriert oder mittels BackPack auf das Gerät "geschnallt".
Die Handhelds sind kompatibel mit Lesern sämtlicher Frequenzen (125 - 134KHz, 13,56MHz, 868MHz UHF) und lesen oder beschreiben nahezu jeden handelsüblichen Tag.
Als Besonderheit sei erwähnt, dass in den Geräten der Produktfamilien tt7000 / tt8000 zwei Reader gleichzeitig kombiniert werden können.
Lesbare Tags
Wenn Sie wissen möchten, welche Tags Sie mit unseren Geräten lesen können, laden Sie sich bitte diese Broschüre herunter.
Unser RFID BackPack Konzept
Wie bereits oben erwähnt, bieten wir unseren Kunden viele verschiedene RFID-Leser an. Das BackPack kann nahezu jeden Reader aufnehmen (sofern er nicht die Gehäusemaße übersteigt – 70mm x 60mm x 15mm).Im folgenden Teil finden Sie einige Beispiele unserer RFID-BackPack- Lösungen.
LF - Low frequency - 125KHz
Elatec mit einer Reichweite von 3 - 5 cm (OPXBP002)
AEG mit einer Reichweite von 1 - 3 cm (OPXBP004)
HF - High frequency - 13,56MHz
AEG mit einer Reichweite von 1 - 3 cm (OPXBP005)
Elatec mit einer Reichweite von 3 - 5 cm (OPXBP003)
Elatec Multi-ISO mit einer Reichweite von 3 - 5 cm (OPXBP006)
FEIG mit einer Reichweite von 4 - 6 cm (OPXBP011)
Legic Advant I PCS (OPXBP008)
Legic Prime Elatec (OPXBP007)
UHF - Ultra High frequency - 868MHz
Um die externe UHF-Antenne des UHF-Readers sinnvoll zu verstauen, haben wir eine spezielle Handschlaufe entwickelt. Durch die Platzierung der Antenne außerhalb des BackPacks wird eine optimale Lesbarkeit erzielt, ohne den Bedienkomfort zu beeinträchtigen.
CAEN 50mW (für tt7000 / tt8000) (OPXBP010)
CAEN 200mW (ausschließlich für tt8000) (OPXBP12)
CAEN 500mW (ausschließlich für tt8000) (OPXBP14)
RFID integriert im Gerät
Für den Fall, dass das BackPack als störend emfunden werden sollte oder Sie zwei Reader in ein und demselben Gerät kombinieren möchten, gibt es die Möglichkeit, den RFID-Reader im Gerät zu platzieren. Momentan sind als integrierte Lösung LF- und UHF-Reader erhältlich. Auch bei dieser eingebauten UHF-Variante verschwindet die externe UHF-Antenne in der Handschlaufe (unabhängig davon, welche Größe der Handschlaufe Sie wählen).
RFID kombiniert
Unsere Kunden können, entsprechend ihrer Projekt-Anforderungen, zwei verschiedene Reader im selben Gerät kombinieren (einer integriert - einer im BackPack). Momentan können UHF- und LF-Reader (CF) integriert werden. Bitte beachten Sie, dass auch mit integriertem UHF-Reader die Scanfunktion unbeeinträchtigt bleibt.
Im Folgenden finden Sie ein paar Beispiele für mögliche Kombinationen:
tt7000 (UHF - nur 50mW) / tt8000 (UHF - 50mW / 200mW / 500mW)
- UHF integriert + LF im BackPack
- UHF integriert + HF im BackPack
- LF im CF-slot + LF im BackPack
- LF im CF-slot + HF im BackPack
- LF im CF-slot + UHF im BackPack
Special RFID LF Lösung mit iQue
z.B. Tiererkennung
Special RFID LF Lösungen mit t+t netcom
Für die moderne Viehzucht !
Allgemeine Erläuterungen zum Thema RFID
RFID Technik
RFID im aktuellen Einsatz
RFID-Standards
Index
Die Begriffe "Reader" oder "Reader/Writer" werden benutzt, wenn Antenne und Controller direkt miteinander verbunden sind (Bsp. HF-0405 von EMS).
Tags - Oberbegriff für alle Datenträger
Tags gibt es in verschiedensten Variationen mit unterschiedlicher Speicherkapazität, Größe, zugelassener Temperaturbereiche, Lesereichweiten und Haltbarkeit. Da viele Tags unempfindlich gegen Schmutz, Kontakt mit Flüssigkeiten, und Stößen sind, gibt es für sie Einsatzbereiche bei denen der Barcode nicht eingesetzt werden kann. Elektromagnetische Felder, Metall und Flüssigkeiten können jedoch die Reichweiten stark beeinflussen.
Aktive Tags werden durch eine eigene Batterie angetrieben und haben eine nur begrenzte Haltbarkeit.
Passive Tags werden heute am häufigsten eingesetzt und haben eine nahezu unbegrenzte Haltbarkeit.
Labels sind Tags auf Papier, Polyester o.ä. - diese sind im Gegensatz zu den bisher genannten Tags besonders preiswert.
PCB - Sollten die Tags besonders vor chemischen Belastungen und/oder Hitze o.ä. geschützt werden müssen, gibt es die Möglichkeit, diese in einen Träger zu implizieren.
ReadOnly Tags können keine zusätzlichen Informationen aufnehmen. Die enthaltene eindeutige ID ist meist mit Daten in einer externen Datenbank verknüpft.
ReadWrite Tags speichern zusätzlich Informationen, welche bei Bedarf abgefragt werden können. Diese können jedoch auch zu ReadOnly Tags umgewandelt werden.
RFID-Technik
Die RFID-Transponder unterscheiden sich stark voneinander. Der Aufbau eines RFID- Transponders sieht prinzipiell eine Antenne, einen analogen Schaltkreis zum Empfangen und Senden (Transceiver), sowie einen digitalen Schaltkreis und einen permanenten Speicher vor. Der digitale Schaltkreis besitzt bei komplexeren Modellen eine Von-Neumann-Architektur.
RFID-Transponder können über einen mehrfach beschreibbaren Speicher verfügen, in den während der Lebensdauer Informationen abgelegt werden können.
Nach Anwendungsgebiet unterscheiden sich auch die sonstigen Kennzahlen, wie z. B. Funkfrequenz, Übertragungsrate, Lebensdauer, Kosten pro Einheit, Speicherplatz, Lesereichweite und Funktionsumfang.
Prinzipiell funktioniert die RFID-Kommunikation folgendermaßen:
Das Lesegerät (Reader) erzeugt ein hochfrequentes elektromagnetisches Wechselfeld, welches die Antenne des RFID-Transponders beleuchtet. In der Antennenspule entsteht, sobald sie in das elektromagnetische Feld kommt, ein Induktionsstrom. Dieser Strom wird gleichgerichtet und damit ein Kondensator als Kurzzeitspeicher aufgeladen, welcher für den Lesevorgang die Stromversorgung des Chips besorgt. Diese Versorgung übernimmt bei aktiven Tags eine eingebaute Batterie. Bei halb-aktiven Tags übernimmt die Batterie lediglich die Versorgung des Mikrochips.
Der so aktivierte Mikrochip im RFID-Tag empfängt Befehle vom Lesegerät, die dieser „Reader“ in sein elektromagnetisches Feld moduliert. Der Mikrochip erzeugt eine Antwort und moduliert durch Feldschwächung im kontaktfreien Kurzschluss oder per Reflexion des vom Lesegerät ausgesendeten Feldes. Damit sendet das Tag seine eigene unveränderliche Seriennummer, weitere Nummern des gekennzeichneten Objekts oder andere vom Lesegerät abgefragte Daten.
So sendet das Tag selbst kein Feld aus, sondern verändert nur das elektromagnetische Sendefeld des Readers. In der Betriebsfrequenz unterscheiden sich die HF-Tags mit Langwelle bei 128 kHz, mit Kurzwelle 13,56 MHz oder mit UHF-Tags bei 865–869 MHz (Europäische Frequenzen) bis 950 MHz (US-Amerikanische und Asiatische Frequenzbänder): Regional unterscheiden sich die verwendeten Frequenzen. HF-Tags verwenden Lastmodulation, das heißt, sie verbrauchen durch Kurzschließen einen Teil der Energie des magnetischen Wechselfeldes. Dies kann das Lesegerät, theoretisch aber auch ein weiter entfernter Empfänger, detektieren. Durch die induktive Kopplung im elektromagnetischen Nahfeld funktioniert das Anregen des Tags ausschließlich im Nahbereich. Die Antennen eines HF-Tags bilden daher eine Induktionsspule, deren charakteristisches Merkmal auf den ersten Blick eine Resonanzspule mit mehreren Windungen ist.
UHF-Tags hingegen arbeiten im elektromagnetischen Fernfeld zum Übermitteln der Antwort, das Verfahren nennt man Rückstreuung (engl. backscattering). Hier wird die elektromagnetische Welle entweder absorbiert (Kurzschluss) oder mit möglichst großem Rückstrahlquerschnitt reflektiert (Spiegel). Bei den UHF-Antennen handelt es sich meist um lineare, gefaltete oder spiralige Dipole, der Chip sitzt in der Mitte zwischen zwei linearen oder mehrfach gewinkelten Dipolarmen des RFID-Tags. Es gibt auch UHF-Tags ohne solche Antennen, deren Reichweite ist extrem kurz.
Damit ein Tag sowohl horizontal als auch vertikal gelesen werden kann, verwendet man häufig zirkulare Polarisation. Diese reduziert zwar das Signal-Rausch-Verhältnis, dafür ist jedoch beim Bekleben der Ware irrelevant, in welcher Orientierung das Tag aufgeklebt wurde. Da Wasser die UHF-Energie sehr stark absorbiert und Metall diese elektromagnetischen Wellen sehr stark reflektiert, beeinflussen diese Materialien die Ausbreitung der Antennenfelder. Weiterhin ‚verstimmen‘ bestimmte Untergrundmaterialien die Resonanzfrequenz der Antennen, daher ist es notwendig, UHF-Tags möglichst genau auf die Materialien der gekennzeichneten Objekte abzustimmen.
Die UHF-Technik ist aufgrund ihrer Schnelligkeit erheblich komplexer ausgelegt als die HF-Technik. Daher können UHF-Tags bei einer Passage erheblich längere Datensätze übertragen. Diese komplexen Funktionen werden noch wenig genutzt.
Da die Energieversorgung des Mikrochips bei beiden Verfahren durchgehend gedeckt werden muss (ein handelsüblicher UHF-Tag mit Philips Chip nach ISO/IEC 18000–6C benötigt für den Chip etwa 0,35 Mikroampere an Strom), muss der Reader während des Lesevorganges ein dauerhaftes Feld erzeugen. Diese Betriebsweise der Trägerwelle nennt man in der Hochfrequenztechnik Dauerstrich (engl. continuous wave = Dauerwelle). Aufgrund der Tatsache, dass die Feldstärke quadratisch mit der Entfernung abnimmt und diese Entfernung in beide Richtungen – vom Lesegerät zum Tag und retour – zurückgelegt werden muss, wird diese Dauerwelle hinreichend leistungsstark gesendet. Üblicherweise verwendet man hier zwischen 0,5 und 2 Watt EIRP Sendeleistung.
Zum Auslesen der Tags stehen im UHF-Bereich zehn freie Kanäle zur Verfügung, zusätzlich oberhalb ein Kanal und unterhalb drei Kanäle, welche lediglich mit geringerer Leistung betrieben werden können. Alle Kanäle erstrecken sich über eine Breite von 200 kHz. Die Funk-Antwort des UHF-Tags erfolgt durch Aufmodulieren des Antwortsignals mit 200 kHz auf die Grundwelle. Dadurch entsteht ein Seitenband 200 kHz oberhalb und unterhalb dieser CW, es belegt also außer dem Sendekanal auch einen Nachbarkanal.
Um in einer Nachbarschaft möglichst viele RFID-Lesegeräte gleichzeitig verwenden zu können, versucht man, möglichst das gesamte Spektrum der Kanäle auszunutzen. Eine häufig genutzte Variante ist es, den Readern die Kanäle 1, 4, 7 und 10 zuzuteilen. Für die Seitenbänder stünden dann Kanal 0, 2, 3, 5, 6, 8, 9 und 11 zur Verfügung, wobei Kanal 0 und 11 lediglich mit geringerer Leistung betrieben werden dürfen. Dies ist ein Problem, da hier lediglich die Tag-Antwort übertragen wird und keine Trägerwelle. Zusätzlich werden Anti-Kollisionsverfahren eingesetzt, damit die Tags nicht gleichzeitig senden (listen before talk etc.).
Für intelligente Anwendungen können auch Kryptographiemodule oder externe Sensoren wie z. B. GPS in den RFID-Transponder integriert sein. Die RFID-Sende-Empfangseinheiten unterscheiden sich in Reichweite, Funktionsumfang der Kontrollfunktionen und Aussehen. So ist es möglich, sie direkt in Regale oder Personenschleusen (z. B. bei der Zugangssicherung und in Toreinfahrten) zu integrieren.
Die Vielzahl von unterschiedlichen Geräten und Etiketten ist im Rahmen der verschiedenen Normen (ISO/IEC-Standards ISO 18000-x) vollständig kompatibel. Es werden jedoch laufend neue proprietäre Lösungen vorgestellt, die von diesen Standards abweichen und zum Teil auch nicht gleichzeitig in einer Nachbarschaft verwendet werden können. Die Anwendung von standardisierten Tags empfiehlt sich, meist wird der Vorteil einer proprietären Lösung mit einem anderen Nachteil erkauft, und sei es auch nur der Stückpreis des in kleiner Stückzahl produzierten Tags oder die Einschränkung auf einen Hersteller der Lesegeräte.
Auf verschiedenste Art kann es zu Problemen kommen, weil der RFID-Transponder direkt am Produkt sitzt und dieses elektromagnetisch schlecht mit dem ausgewählten Tag verträglich ist. Um elektromagnetische Anpassungsprobleme zu umgehen, werden in der Logistik u. a. so genannte Flap- oder Flag-Tags eingesetzt, welche im rechten Winkel vom Produkt abstehen und so einen großen Abstand zum Produkt haben. Deren Verbreitung ist bisher nicht groß, jeder Anwender muss sich kritisch prüfen, ob er Liebhaberpreise für Tags durch kompetente Systemauslegung vermeiden kann.
Alleiniges Erfolgskriterium für eine RFID-Lösung ist schließlich der Leseerfolg im Betriebsablauf. Darin zeigt sich das Können des beauftragten Systemanbieters. Wie bei jeder technischen Lösung muss auch bedacht werden, was im Fehlerfall passiert: Tag defekt, Leser defekt, Tag fehlt, Leser off-line, Bewegung in der falschen Richtung, zu schnell oder zu dicht nacheinander usw. Es gibt keine 100 %-Lösungen ohne Sicherungskonzept.
RFID im aktuellen Einsatz
Generell ist die Logistik die Hauptüberschrift für das Einsatzgebiet. Logistische Problemstellungen gehen quer durch alle Branchen. Hier gibt es ein riesiges Rationalisierungspotential auszuschöpfen.
Manche Institutionen erhoffen sich darüber hinaus eine verbesserte Überwachung im Personen- und Warenverkehr. Der technische Aufwand und die Kosten auf der RFID-Seite sind überschaubar. Die zu erwartenden riesigen Datenmengen begrenzen die praktische Ausführung.
Der Begriff „fälschungssicher“ in diesem Zusammenhang wird sich nach kurzer Zeit relativieren.
Die folgende Aufzählung enthält nur einige, derzeit (2006) wichtige Gebiete:
Fahrzeugidentifikation
Electronic Road Pricing System in Singapur
Die e-Plate-Nummernschilder identifizieren sich automatisch an Lesegeräten. Dadurch sind Zugangskontrollen, Innenstadtmautsysteme und auch Section-Control- Geschwindigkeitsmessungen möglich. Bei entsprechend dichtem Sensorennetz lassen sich auch Wegeprofile erstellen. In einem Großversuch hat das britische Verkehrsministerium im April/Mai 2006 ca. 50.000 Nummernschilder mit RFID-Funkchips ausstatten lassen. Ziel ist die Informationssammlung über die Fälschungsrate sowie die Gültigkeit von Zulassung und Versicherungsschutz. Bei erfolgreicher Erprobung ist eine flächendeckende Einführung geplant. Die Erfassung erfolgt im Abstand von weniger als zehn Metern. Eine Verwertung der Geschwindigkeitsmessung mit Hilfe dieser Technik ist durch die britische Rechtsprechung derzeit stark eingeschränkt.
Banknoten
Bereits im Jahr 2003 wurde bekannt, dass die Europäische Zentralbank mit dem japanischen Elektronikkonzern Hitachi über eine Integration von RFID-Transpondern in Euro-Banknoten verhandle. Auf dem sogenannten μ-Chip (0,4 mm × 0,4 mm) ist eine eindeutige 38-stellige Zahlenfolge (128 Bit) gespeichert. Mit einem solchen RFID-Chip gekennzeichnete Banknoten sollen besser gegen Geldfälscherei geschützt sein. Vorstellbar wäre aber auch eine lückenlose Dokumentation des Umlaufs. Aufgrund der mit der Implementierung verbundenen Kosten sowie datenschutzrechtlicher Probleme ist die Einführung bislang nicht vorgesehen.
Identifizierung von Personen
RFID-Chips sind in allen seit dem 1. November 2005 ausgestellten deutschen Reisepässen enthalten. Im November 2004 genehmigte die US-amerikanische Gesundheitsbehörde (FDA) den Einsatz des „VeriChip“ am Menschen. Der Transponder der US-amerikanischen Firma Applied Digital Solutions wird unter der Haut eingepflanzt. Geworben wird mit einfacher Verfügbarkeit lebenswichtiger Informationen im Notfall. Andere Lösungen arbeiten dagegen mit Patientenarmbändern und koppeln diese Daten über den PDA des medizinischen Personals mit dem Patienteninformationssystem im Krankenhaus.
Echtheitsmerkmal für Medikamente
Die US-Arzneimittelbehörde FDA empfiehlt den Einsatz von RFID-Technik im Kampf gegen gefälschte Medikamente. Bisher werden jedoch überwiegend optische Verfahren eingesetzt, da deren materieller Aufwand wirtschaftlich vertretbar ist. Für den Transport temperaturempfindlicher Medizinprodukte werden vielfach RFID-Tags mit Sensorfunktionen an den Transportbehältern eingesetzt. Die Aufzeichnung dokumentiert eine Verletzung von Transportbedingungen und unterstützt den Schutz der Patienten durch qualifiziertes Verwerfen eines falsch transportierten Gutes.
Kennzeichnung von Leiterplatten mit RFID-Tags
RFID-Tags werden eingesetzt, um Leiterplatten oder andere Bauteile rückverfolgbar zu machen. Leiterplatten wurden bislang häufig mit Barcodes gekennzeichnet.
Bekleidungsindustrie
In der Bekleidungsindustrie ist der Einsatz von RFID aufgrund der Verwendung von Hängeversandformen von besonderem Interesse. Als weltweit erstes Unternehmen hat Lemmi Fashion (Kindermode) die komplette Logistikkette auf RFID umgerüstet und eine weitreichende Integration mit der Warenwirtschaft (Microsoft Business Solutions) umgesetzt. Lemmi setzt hier Einwegtransponder mit 13,56 MHz ein (Philips ICode). Die Firma Levi Strauss & Co. hat vor kurzem ebenfalls begonnen ihre Jeans mit RFID-Etiketten auszustatten.
Container-Siegel
Für See-Container sind spezielle mechanische Siegel mit zusätzlichen RFID-Tags entworfen worden, die in Einzelfällen bereits benutzt werden. Sie werden entweder wiederholt genutzt (semi-aktive RFID-Tags nach ISO/IEC 17363, ab 2007) oder einmalig eingesetzt (passive RFID-Tags nach ISO/IEC 18185, ab 2007). Bisher gibt es keine Verpflichtung zur Verwendung solcher elektronischen Siegel.
Tieridentifikation
Seit den 1970er Jahren kommen RFID-Transponder bei Nutztieren zum Einsatz. Außer der Kennzeichnung von Nutztieren mit Halsbändern, Ohrmarken und Boli werden Implantate bei Haustieren (EU-Heimtierausweis, ISO/IEC 11784 und ISO/IEC 11785) verwendet. Auch die Tiere im Zoo erhalten solche Implantate.
- 125 kHz International Zootierhaltung, Nutztieridentifikation, Meeresschildkröten Erfassung, Forschung.
- ISO 134,2 kHz (ursprünglich Europäischer) Internationaler Standard in der Nutztieridentifikation, Implantate bei Haustieren.
Automobile Wegfahrsperre
Als Bestandteil des Fahrzeugschlüssels bilden Transponder das Rückgrat der elektronischen Wegfahrsperren. Der Transponder wird dabei im eingesteckten Zustand über eine Zündschloss-Lesespule ausgelesen und stellt mit seinem abgespeicherten Code das ergänzende Schlüsselelement des Fahrzeugschlüssels dar. Für diesen Zweck werden üblicherweise Crypto-Transponder eingesetzt, deren Inhalt nicht ohne deren Zerstörung manipuliert werden kann.
Kontaktlose Chipkarten
In Asien sowie größeren Städten weit verbreitet sind berührungslose, wiederaufladbare Fahrkarten. Weltweiter Marktführer für das sogenannte Ticketing ist Philips mit seinem Mifare-System. In den USA und in Europa werden Systeme zur Zutrittskontrolle und Zeiterfassung bereits häufig mit RFID-Technik realisiert. Hier werden weltweit meist Mifare oder HiD bzw. iClass5 und in Europa hauptsächlich Legic, Mifare und teilweise unterschiedliche 125 kHz-Verfahren (Hitag, Miro etc.) eingesetzt. Manche Kreditkarten-Anbieter setzten RFID-Chips bereits als Nachfolger von Magnetstreifen bzw. Kontakt-Chips ein. Bei der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland kam die RFID-Technik in den Eintrittskarten zum Einsatz. Ziel ist es, den Ticketschwarzhandel durch Bindung der Karte an den Käufer zu reduzieren. Beim VfL Wolfsburg kommt diese Technologie bereits bei Bundesliga-Spielen zum Einsatz.
Waren- und Bestandsmanagement
In Bibliotheken jeder Größe und Typs wird RFID zur Medienverbuchung und Sicherung verwendet. Prominente Installationen sind die Münchner Stadtbibliothek, die großen Hamburger Stadtbibliotheken, die Wiener Hauptbücherei, die Stadtbücherei Stuttgart und die Hauptbibliothek der Technischen Universität Graz und der Universität Karlsruhe (TH). Die RFID-Lesegeräte sind in der Lage, spezielle RFID-Transponder stapelweise und berührungslos zu lesen. Dieses Leistungsmerkmal bezeichnet man mit Pulklesung. Das bedeutet bei der Entleihe und Rückgabe, dass die Bücher, Zeitschriften und audiovisuellen Medien nicht einzeln aufgelegt und gescannt werden müssen. Der Bibliotheksbenutzer kann auf diese Weise an RFID-Selbstverbuchungsterminals alle Medien selbständig ausleihen. Auch die Medienrückgabe kann automatisiert werden: Eigens entwickelte RFID-Rückgabeautomaten ermöglichen eine Rückgabe außerhalb der Öffnungszeiten. An den Türen und Aufgängen befinden sich Lesegeräte, die wie Sicherheitsschranken in den Kaufhäusern aussehen. Sie kontrollieren die korrekte Entleihe. Mit speziellen RFID-Lesegeräten wird die Inventarisierung des Bestandes und das Auffinden vermisster Medien spürbar einfacher und schneller. Große Einzelhandelsketten wie Metro, Rewe, Tesco und Wal-Mart sind an der Verwendung von RFID bei der Kontrolle des Warenflusses im Verkaufsraum interessiert. Dieser Einsatz hat in letzter Zeit zu Diskussionen geführt. Der Vereinfachung für den Kunden (z. B. Automatisierung des Bezahlvorganges) stehen Datenschutzbedenken gegenüber.
Positionsidentifikation
Im industriellen Einsatz in geschlossenen Arealen sind fahrerlose Transportsysteme (AGV), bei der die Position mit Hilfe von in geringen Abstand zueinander im Boden eingelassenen Transpondern bestimmt wird. Solche Systeme sind davon abhängig, dass lediglich zuvor bestimmte festgelegte Trassen und Routen befahren werden. Sobald ein Fahrzeug die Trasse verlässt, ist das System unwirksam.
Zeiterfassung
Transponder dienen am Schuh oder in der Startnummer eines Läufers bzw. im Rahmen eines Rennrades als digitales Identifikationsmerkmal in Sportwettkämpfen (Produktbeispiele: ChampionChip, Bibchip). An Terminals werden die Zeiten des Kommens und Gehens, evtl. auch der Pausenzeiten erfasst, wenn der Nutzer sein RFID-Medium (meist Chipkarte oder Schlüsselanhänger) in Lesereichweite bringt.
Müllentsorgung
In den Österreichischen Bezirken Kufstein und Kitzbühel wurde bereits im Jahr 1993 ein RFID basierendes („Veridat“) Müllmesssystem nach Liter entwickelt und flächendeckend eingeführt, sämtliche Transponder der Erstausgabe (AEGID Trovan ID200 125kHz) aus dem Jahr 1993 sind dort trotz erneuerter Abfuhrfahrzeuge (und Reader-Einheiten) bis heute in der Orginalbestückung unverändert im Einsatz. Eine Müll Vorschreibung erfolgt bei diesem System nach tatsächlich gemessenen Litern (Laufende Abrechnung je Quartal). Das System verknüpft über die Adress Elemente: Straße Hausnummer Türe Top, automatisiert eine Personenanzahl (Datenabfrage aus dem zentralen Melderegister Österreichs) mit jedem Müllgefäß, und summiert unabhängig einer tatsächlich abgeführten Müllmenge diese virtuell errechnete Mindestmüllmenge auf die Müllgefäßkonten. Zur Vermeidung eines sonst unweigerlichen Missbrauchs einer aufkommensgerechten Abfallvergebührung durch Littering vergleicht das System am Jahresende eine tatsächlich abgeführte Jahresmüllmenge je Gefäß mit einer virtuell aus der Personenanzahl errechneten Mindestmüllmenge (je Gemeinde 2-3 Liter je Woche und Person), und schreibt bei einer Unterschreitung der bemessenen Müllmenge eine Differenz am Jahresabschluss jedenfalls vor. Das beschriebene System befindet sich seit mehr als 14 Jahre ohne technisch bedingten Datenverlust, zudem konfliktfrei im Einsatz. Datenschutzrechliche Abläufe finden ausnahmslos innerhalb der kommunalen Gemeindeverwaltung statt, jeder Bürger kann auf Verlangen in seine Müllmessdaten in seiner Heimatgemeinde Einsicht nehmen. In den deutschen Städten Bremen und Dresden werden Mülltonnen ebenfalls mit RFID-Transpondern versehen. Bei der Leerung erfassen die Abfuhrfahrzeuge mittels geeichter Waagen das Gewicht jeder einzelnen Tonne. Über RFID ist die Zuordnung des Abholgewichts jeder Tonne zu einem individuellen Haushalt möglich, die Bürger erhalten eine Abrechnung, die auf dem tatsächlich geleerten Gewicht (und nicht, wie sonst üblich, auf einer Volumenpauschale) basiert, bzw. in Bremen über die Anzahl der tatsächlichen Leerungen. Jeder Nutzer einer Mülltonne ist über diesen Sachverhalt informiert und kann die eingesetzten RFID-Transponder leicht erkennen. In Großbritannien wurden mehrere hunderttausend Mülltonnen ohne Wissen der Bürger mit RFID-Transpondern versehen. Hintergrund soll die Absicht der britischen Kommunen sein, das Recyclingverhalten der Bürger zu erfassen.
Zutrittskontrolle
Transponder am oder im Schlüssel dienen zur Zutrittskontrolle, wenn die Türen mit entsprechenden Lesegeräten oder mit entsprechenden Schließzylindern mit Leseoption ausgestattet sind.
RFID - Standards
Müllentsorgung
- Trovan
- BDE VKI (Abwandlung ISO 11784 / 11785)
Tier-Identifizierung
- ISO 11784
- ISO 11785: FDX, HDX, SEQ
- ISO 14223: advanced transponders
Contactless Smartcards
- ISO/IEC 10536: close coupling Smartcards (Reichweite bis 1 cm)
- ISO/IEC 14443: proximity coupling Smartcards (Reichweite bis 10 cm)
- ISO/IEC 15693: vicinity Smartcards (Reichweite bis 1 m)
- ISO/IEC 10373: Testmethoden für Smartcards
ISO 69873: für den Werkzeugbereich
Container-Identifizierung (Logistikbereich)
- ISO 10374: Container-Identifizierung (Logistikbereich)
- ISO 10374.2: “Freight Container –Automatic Identification” das sog. licence plate
- ISO 17363: „Supply Chain application of RFID – Freight Containers“ das sog. shipment tag
- ISO 18185: „Freight Container – Electronic Seals“ das sog. eSeal (elektronische Siegel)
VDI 4470: Diebstahlsicherung für Waren (EAS)
VDI 4472: Anforderungen an Transpondersysteme zum Einsatz in der Supply Chain
- Blatt 1: Einsatz der Transpondertechnologie (Allgemeiner Teil)
- Blatt 2: Einsatz der Transpondertechnologie in der textilen Kette (HF-Systeme) (veröffentlicht 2006)
- Blatt 5: Einsatz der Transpondertechnologie in der Mehrweglogistik (Bearbeitung abgeschlossen)
- Blatt 8: Leitfaden für das Management von RFID-Projekten (Bearbeitung abgeschlossen)
- Blatt 10: Abnahmeverfahren zur Überprüfung der Leistungsfähigkeit von RFID-Systemen (Bearbeitung abgeschlossen)
Item Management (Verwaltung von Gegenständen)
-
ISO/IEC 18000 Information technology — Radio frequency identification for item management:
- Part 1: Reference architecture and definition of parameters to be standardized
- Part 2: Parameters for air interface communications below 135 kHz
- Part 3: Parameters for air interface communications at 13,56 MHz
- Part 4: Parameters for air interface communications at 2,45 GHz
- Part 6: Parameters for air interface communications at 860 MHz to 960 MHz
- Part 7: Parameters for active air interface communications at 433 MHz
- EPCglobal (Electronic Product Code)




